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- Infektionen in Grafenrheinfeld und Großostheim -

Würzburg 08.04.2020. Nach der Bürgerspitalstiftung und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Würzburg sowie vielen anderen Einrichtungen in ganz Unterfranken hat das neuartige Coronavirus nun auch zwei Einrichtung der Caritas in der Diözese Würzburg erreicht. Betroffen sind eine Bewohnerin des Hauses St. Helena in Grafenrheinfeld sowie ein Bewohner und drei Mitarbeiter im Haus für Senioren St. Franziskus in Großostheim.

„Wir wissen nicht, auf welchem Weg das hochansteckende Corona-Virus in unsere Häuser gelangen konnte“, äußerte sich Georg Sperrle, einer der Geschäftsführer der Caritas-Einrichtungen gGmbH (CEG) betroffen und formulierte damit dieselben Ungewissheiten, die bereits seine Kolleginnen und Kollegen anderer Träger verunsichert hatten. Gerade im Blick auf die dramatischen Entwicklungen im Seniorenheim St. Nikolaus in Würzburg habe man sich sehr genau mit den Einrichtungsleitungen unter dem Dach der CEG abgestimmt. „Wir halten seit Wochen die strengen Vorschriften ein“, so Sperrle. „Besuche von Angehörigen wurden erst eingeschränkt, dann gänzlich untersagt. Der Kontakt zu und unter den Bewohnerinnen und Bewohnern wurde auf das Nötigste reduziert.“ Jeder könne sich ausmalen, wie schwer das sei, so Sperrle. „Ältere Menschen brauchen Zuwendung, gerade jetzt, wo mit Blick auf Ostern Vereinsamung droht.“ So sei die unermüdliche Arbeit der Pflegekräfte inzwischen ein Kraftakt und eine Gratwanderung. „Menschen mit demenziellen Erkrankungen können die Lage gar nicht einordnen, andere zeigen hingegen sehr viel Verständnis für die Einschränkungen und die verschärften Hygienemaßnahmen.“ Am Ende sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Virus in einem der 14 Häuser der Caritas-Einrichtungen gGmbH in Unterfranken auftauche. Sperrle: „Wir tun alles Menschenmögliche, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern, weil wir es mit der größten Risikogruppe in unseren Einrichtungen zu tun haben.“ Absolute Sicherheit könne aber niemand garantieren, auch nicht die Caritas. Wichtig sei jetzt, so Sperrle, dass die Einrichtungen ausreichend Schutzausrüstung erhielten und die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden sich darauf verlassen könnten, dass sie nicht allein dastehen, sondern die Solidarität von uns allen spüren, so Sperrle.

Autor: Sebastian Schoknecht

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